Reysswolf - Alpha

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Reysswolf-Alpha

reysswolf

Im Mittelalterbereich kann man sich über Nachwuchssorgen zwar nicht beklagen, jedoch leidet die Qualität deutlich. Im Fall von „Reysswolf“ kann man glücklicherweise von einer Ausnahme sprechen. Die Jungs haben mit der3-Track- EP „Wahre Worte“ ja bereits einen Blick durchs Schlüsselloch werfen lassen. Nun liegt das erste abendfüllende Album vor und eins sei bereits jetzt verraten, In Extremo und Konsorten können sich warm anziehen.

Nach einem epischen Intro, das bereits die Erwartungen ins Unermessliche wachsen lässt, starten die Jungs dann auch sofort kraftvoll mit „Der Dorn“. Wenn eine CD so schon beginnt, kann man sich auf einiges gefasst machen. Die Jungs rocken einfach drauf los und die Dudelsäcke treffen direkt in die Magengrube. Da man sich im Hause „Reysswolf“ selten schüchtern zeigt, geht es dann auch gleich Schlag auf Schlag. In diesem Fall hört der Song auf den Namen „Die wilde Jagd“, der durch seinen ohrwurm-verdächtigen Refrain zu überzeugen weiß. Dazu der gut gespielte Dudelsack, so klingt Mittelalter im Jahre 2014. Wer auf die frühen Werke von in Extremo steht, wird bei „Ich will Blut“ Freudentränen in den Augen haben. Punkige Attitüde trifft auf Leier und Schlagzeug. Besser kann man einen Song nicht umsetzen. Ganz großes Kino.

Von der steten Reise auf der Suche nach dem Glück handelt „Der Vagant“. Bei dieser Nummer kommt die markante Stimme von Sänger Fenriz sehr eindrucksvoll rüber. Eine ungewöhnliche Melodie, aber sehr spannend diesem Experiment zu lauschen. Bekanntermaßen haben auch Wölfe ein Herz und so folgt mit „Feuerkind“ die ultimative Liebeserklärung an die Auserwählte, ob sie nun mit Poi’s spielt oder rote Haare hat, in diesem Song dürfte sich jedes Mittelalter-Mädchen wiedererkennen. Sozialkritisch wird es mit „Vargtimmen“. Ein Gedankenanstoß, der uns einfach mal vor Augen führt, wie wir Menschen uns geben und welche Verantwortung wir tragen. Bei „Wunden“ wird es Zeit für die Feuerzeuge, eine wunderschöne Ballade, die durch ihre geniale Melodie zu überzeugen weiß. Ein Song für den Blick zurück in die eigene Geschichte. Trotzig und unglaublich rockig kommen Fenriz und seine Mannen bei „ Narrenfrei“ daher und man traut dieser Band zu, alles in Schutt und Asche zu spielen, was sich ihnen in den Weg stellt. Der letzte Song des Albums ist „Wolfstraum“. Ein harter Song, der sich erneut durch die unverwechselbare Stimme von Fenriz auszeichnet. Ein würdiger Abschluss eines großartigen Albums.

Fazit: Reysswolf legen eine Debüt CD vor, die sich gewaschen hat. Kaum eine andere Mittelalter-Band hat in den letzten Jahren ein derart rockiges Album rausgebracht. Für alle Freunde des ungeschliffenen, harten Sounds sind „Reysswolf“ die Band der Stunde. An dieser Band kommt man nach diesem Epos jedenfalls nicht mehr vorbei, wenn man auf Tanzwut, Saltatio Mortis und In Extremo steht.

Anspieltipps:
-Ich will Blut
- Feuerkind

Trackliste:

01. Alpha
02. Der Dorn
03. Die Wilde Jagd
04. Ich Will Blut
05. Der Vagant
06. Feuerkind
07. Vargtimmen
08. Wunden
09. Am Leben
10. Narrenfrei
11. Wolfstraum

Hier gibt es das Album:

Rezension: Fabian Bernhardt

   

Mera Luna

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